Tja, um es kurz zu machen: ich gehöre dann wohl jetzt zum Kreis der iPhone-Nutzer. Eigentlich war das iPhone bisher nie eine Option für mich, da ich mit meinem Nokia E61i immer sehr zufrieden war (und es auch noch bin). Allerdings gab es in letzter Zeit ein paar Probleme mit einer der Hauptanwendungen die ich täglich nutzte: ProfiMail. Dieser Umstand und das ich in den letzten sechs Wochen sehr stark von mobilem Internetzugang abhängig war, ließen mich die Alternativen im Mobilfunkmarkt nocheinmal prüfen.
Umgesehen habe ich mich zuerst nach einer UMTS-Datenflatrate für einen meiner bestehenden Verträge (T-Mobile und o2), die meinen bisherigen Volumentarif bei o2 ablösen sollte. Nach ein bißchen Preisvergleich und hin- und herrechnen kamen mir dann auch die mit dem iPhone bei T-Mobile angebotenen Complete-Verträge in den Blick. Und dann war's auch schon geschehen.
Mein T-Mobile-Vertrag, den ich nun schon über sieben Jahre habe war natürlich berechtigt bei Vertragsverlängerung in einen der iPhone-Complete-Verträge umgewandelt zu werden. Und genau das habe ich dann auch vor knapp 10 Tagen gemacht — mit einer Bestellung für das vor einem Monat vorgestellte iPhone 3G mit 16 GB Speicher in schwarz.
Und mit der Bestellung ging dann auch das Warten los. Und das Warten auf bestellte Apple-Produkte, ob das nun ein Powerbook 12”, ein MacMini oder ein iPod war, es ist immer schlimm. Letzte Woche bekam ich dann einen Brief von T-Mobile: auf Grund von Lieferschwierigkeit muss mit noch weiteren zwei Wochen gerechnet werden, bis mein iPhone verfügbar ist. Aber darauf war ich nach einigen Newsmeldungen, die sogar von Oktober sprachen, schon gefasst gewesen.
Um so überraschter war ich dann, als gestern mittag der Paketdienst mir ein kleines Päkchen in die Hand drückte mit Absender T-Mobile. Ein großes Paket für ein Papp-iPhone, mit dem die Telekom wartende iPhone-Kunden zu trösten versuchte. Beim Auspacken staunte ich nicht schlecht, als ich wirklich den Apple-typisch schön gemachten schwarzen Karton mit der silbernen Aufschrift iPhone 3G in Händen hielt.
Wie schon so oft gab es wieder das so typische “Auspackritual”. Apple gibt sich wirklich extrem viel Mühe beim Verpacken der eigenen Produkte. Und das war beim iPhone auch nicht anders. Aber ein Video über das unboxing habe ich dann doch nicht gedreht.
Die Registrierung des Telefons ging mit Hilfe von iTunes innerhalb weniger Sekunden und schon war das Gerät einsatzbereit. Sehr viel Testen und Ausprobieren konnte ich leider noch nicht, damit bisher die Zeit fehlte, aber das kommt noch. Und der ein oder andere Erfahrungsbericht wird dann hier auch noch erscheinen.
Nur ein paar Dinge seien schonmal erwähnt: die Bedienung des iPhone ist toll. Es macht einfach Spass, mit dem Gerät zu arbeiten. So manche Kritik zum Thema Hardwareausstattung kann ich nicht nachvollziehen. Das Gerät macht einen sehr, sehr guten Eindruck und ist im Handling allen anderen Geräten, die ich bisher in der Hand hatte weit, weit, weit voraus. Einige Funktionen wie MMS z.B. mögen noch fehlen, aber dafür sind die Sachen, die das iPhone kann auch bedienbar. Meine Symbian-Geräte können auch sehr viel — aber meist sind die Funktionen so umständlich vom Bedienkonzept, das man sie nicht wirklich sinnvoll nutzen kann.
Das Surfen auf dem iPhone, das Stöbern bei YouTube, GoogleMaps usw. macht Spass und geht leicht von der Hand. Auch wenn Java und Flash fehlen (diese Dinge habe ich auch auf meinem Desktop nicht mehr) ist es doch verdammt nah dran am “Internet in der Tasche”.
Das Einrichten von IMAP-Mailkonten war spielend einfach und in kürzester Zeit erledigt. E-Mails kommen nun via IMAP-IDLE direkt aufs Handy. UMTS und EDGE gehen Hand in Hand und der Übergang bei schwachem UMTS-Empfang ist kaum zu bemerken. Das Zusammenspiel von WLAN und den 3G-Services und der Wechsel ist ebenfalls um Welten besser gelöst, als bei meinem Nokia E61i.
Allerdings hat das 3G auch seinen Preis. Wenn man viel mit UMTS unterwegs ist, viel surft, E-Mails schreibt und liest oder den GPS-Empfänger ausgibigst nutzt, der hat den Akku des iPhone nach einem Tag schon leer gesaugt. Aber das ist bei meinem E61i nicht anders. Auch hier brauche ich nach extensiver Nutzung der Online-Funktionen abends wieder eine Steckdose. Das iPhone verlockt nur dazu, diese Funktionen alle zu nutzen — weil's einfach geht und Spass macht.
Das Gerät überzeugt bisher in Sachen Verarbeitung, Handling und Design. Auch das iPhone Headset das mir nur ein paar Minuten später von UPS aus dem AppleStore geliefert wurde, überzeugt durch Einfachheit und Funktionalität.
Dafür, das Apple erst vor einem Jahr das erste Handy auf den Markt gebracht hat, ist das Resultat beachtlich. Und ich denke, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der Handymarkt voll von Geräten ist, die sich vieler Bedinkonzepte des iPhone bedienen. Die Geschichte des iPod könnte sich hier wiederholen. Allen Kritikern zum Trotz ist das iPhone ein großer Schritt in die Nutzung des mobilen Internetzugangs und in den nächsten Jahren wird sich hier eine größere Trendwende abzeichnen. Die Hausaufgaben, die die alteingesessenen Smartphone-Hersteller bisher versäumt haben zu machen, nämlich die Usability zu verbessern, hat Apple nun gemacht und mit der zweiten iPhone-Generation nocheinmal eins draufgesetzt.
Ich bin sehr zufrieden, mich jetzt doch für ein iPhone und einen entsprechenden Datentarif (mit Datenflatrate, HotSpot-Flatrate) entschieden zu haben.
»Thou shalt run lint frequently and study its pronouncements with care, for verily its perception and judgement oft exceed thine.«