In einer aktuellen Pressemitteilung rät der CCC (Chaos Computer Club e.V. — www.ccc.de), den Anfragen der Gesundheitskassen zur Einsendung eines Fotos für die neuen elektronischen Gesundheitskarten nicht nachzukommen. Unter anderem soll damit eine Verzögerung der flächendeckenden Einführung erreicht werden, da sehr viele Sicherheits- und Datenschutzfragen bis jetzt noch nicht ausreichend geklärt sind.
Dem CCC nach weist das Konzept noch gravierende Mängel auf. So verlassen beispielsweise “sensible Daten” den geschützten Bereich der Praxen und werden zentral gespeichert. Auch sind Aufforderungen von verschiedenen Kassen nach biometrischen Fotos absurd und vom Gesetzgeber so nicht gedeckt.
Zwar sieht § 291 des Sozialgesetzbuches vor, dass die Versichertenkarte ein “Lichtbild des Versicherten” enthalten soll, macht aber darüber hinaus keine Vorgaben, wie es ausgestaltet sein muss. Der Kreativität sind also keine Grenzen gesetzt.
Ein Nichteinsenden eines Fotos oder eines “sehr kreativen” Fotos könnte die Einführung der EGK verzögern. Warum das Sinn macht, erklärt der CCC unter anderem wie folgt:
Da die Einführung der neuen Gesundheitskarte ohne diese Zusatzdienste ökonomisch nicht vertretbar ist und daher keinerlei Vorteile für Kassen, Versicherte oder Ärzte bringt, ist die Einführung des unausgereiften Systems unverantwortlich. Wir raten daher den Versicherten, der Aufforderung nach Einsendung eines Fotos nicht nachzukommen und damit die flächendeckende Einführung der neuen Gesundheitskarte zu verzögern, bis grundlegende Fragen zum Schutz der sensiblen Daten geklärt sind.
Wer Kassenpatient ist sollte im eigenen Interesse das Einsenden eines Fotos so lange wie möglich herauszögern um diesen datenschutztechnischen Unsinn ggf. noch zu stoppen.
Weitere Informationen:
»Those who do not understand Unix are condemned to reinvent it, poorly.« — Henry Spencer, 1987